Falsche Versprechungen

Da gönnt man sich am ersten Frühlingstag mal so ein industrie-produkt aus gefrorenem Zucker und wird doch direkt wieder von der Wahrheit eingeholt, der man sich nicht mehr entziehen kann, wenn man einmal angefangen hat unsere Konsumwelt zu hinterfragen.
Ich gebe mein hart erarbeitetes Geld für ein in Plastik eingepacktes Produkt, dass in einer Stromfressenden Maschine auf ein Minimum der Aussentemperatur heruntergekühlt wird, damit ich ein aus 70% Zucker und weggenommener Babykuh-Nahrung bestehendes „Nahrungsmittel“ essen kann um mich besser zu fühlen und von der Arbeit abzulenken, die ich gemacht habe um mir dieses Eis leisten zu können. Unterstützt wird das ganze noch von der Firma, die von Langnese den Auftrag dafür bekommen hat, den Leuten weiß zu machen, dass dieses Produkt voller glücklich machender Schokolade steckt. Und noch besser: weil der Eishersteller es so gut mit seinen Kunden meint, sagt er uns noch, dass er Kundenwünsche umsetzt und den beliebten schokokern jetzt noch viel größer gemacht hat. So ein guter Langnese-Mann. Dafür gibt geht man doch gern ein paar Minuten mehr arbeiten um die paar Münzen mehr zu haben für mehr Schokokern. Auch das Bild verspricht ein schokoladiges Erlebnis vom ersten biss. Und wahrscheinlich merken es die meisten nicht mal, wie wir verarscht werden, wie uns Werbung etwas verspricht, was sie nicht halten kann.
Wenn man aber mal genau hinschaut: besteht das Teil, für dass ich gerade ein Drittel des Mindeststundenlohnes ausgegeben habe zum Großteil aus einer zucker-milchpulvermasse, die ich noch nicht mal sonderlich mag und das Praxisprodukt sieht nur halb so toll aus, wie auf der Verpackung. Den größten Kern aller Zeiten suche ich weiterhin vergebens.

Vergleich Werbeversprechen & Praxis-Biss

Beim nächsten mal denke ich einmal mehr darüber nach, ob ich nicht einfach die Arbeitszeit spare um mir sinnlosen Konsum einfach nicht mehr leisten zu können. So hat dieses Eis also am Ende doch was gebracht: Einsicht. Und mal wieder ein Nachdenken über unser Konsumverhalten: hat eigentlich jemand ganz im Ernst in den letzten Monaten ein Spielzeugladen vermisst? Braucht ihr die Klamotten, die ihr bei Amazon bestellt wirklich? Ziehst du nicht eh immer die gleichen Sachen an?
So. Jetzt hör ich auf. Ich werde mir auch wieder mal ein Eis gönnen. Dann aber vielleicht doch nicht nebenbei, abgehetzt am Bahnhof, sondern eher gemütlich in der Sonne eine hausgemachte, fantastische Frioli Karamell-Kugel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.